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"Schrauben haben keine Seele"

- 08.02.2019 - 

Männer in Kitas und Hort

aktualisiert: der SWR hat uns den in SWR 4 und SWR 1 gesendeten Radiobeitrag zur Verfügung gestellt - vielen Dank!:

Quelle: ©SWR


Fachkräftemangel - ein Schlagwort, das in vielen Branchen zur Zeit Unternehmen in Schwierigkeiten bringt. Auch in Kitas und anderen pädagogischen Einrichtungen ist der Fachkräftemangel Alltag. Der Beruf des/der Erzieher*in scheint für viele nicht besonders attraktiv: in anderen Berufen gibt es höhere Gehälter, mehr gesellschaftliche Anerkennung und die Arbeitsbelastung ist auch nicht gerade niedrig.
Wir haben uns mit vier jungen Männern aus unseren Einrichtungen unterhalten, für die der Beruf Erzieher trotzdem die richtige Wahl war:

Quelle: ©EvKirchePF

Jonathan Voß macht zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Hort, danach wird er die Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) zum Erzieher beginnen
Kevin Wächter macht gerade diese PIAAusbildung
Daniele Greco, er arbeitet als Erzieher im  Hort mit Grundschulkindern
und Aljosha Gabriel, er ist seit 2012 Erzieher im Kita-Bereich.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen Erzieher zu werden?

Nach dem Realschulabschluss hab ich mich gefragt „Was mach ich?“ Ich wollte die Entscheidung nicht überstürzen und habe ein FSJ gemacht. Dabei hab ich gemerkt: es gefällt mir. Der Umgang mit den Kindern. Es gibt keine Riesenvorgaben, wie im beim Arbeiten an der Maschine. Es ist ein freies Arbeiten. Die Kitaleitung hat mich dann unterstützt und ich hab die Ausbildung gemacht.

Ich bin seit meiner Kindheit/Jugend ehrenamtlich z.B. bei den Pfadis. Dabei hab ich entdeckt, dass meine Stärken im sozialen Bereich liegen. Eigentlich hab ich die Ausbildung gemacht, mit dem Gedanken hinterher weiter zu studieren, z.B. Sozialpädagogik, jetzt bleibe ich aber erst einmal hier, die Arbeit macht mir Spaß.

Ich wollte etwas Soziales machen. Ich komme aus einer Lehrerfamilie und habe zuerst auch auf Lehramt studiert, aber das war mir zu fachlich. Ich wollte mehr direkt mit Menschen arbeiten. Jetzt mache ich ein FSJ im Hort. Es fühlt sich gut und richtig an, deshalb will ich die Ausbildung machen.

Ich war ursprünglich Grafikdesigner. Ich wollte schon immer entweder etwas Kreatives oder etwas Soziales machen. Als Grafikdesigner waren mir meine Aufgaben oft viel zu monoton

Im Erzieherberuf verdient man ja nicht besonders viel, es gab bestimmt auch komische Blicke von Freunden oder Familie – warum sind Sie trotzdem Erzieher geworden?

Es macht mir Spaß. Es macht mir mehr aus, wenn ich keinen Spaß bei der Arbeit habe. Da verzichte ich lieber auf ein dickes Bankkonto.

Einige meiner Freunde verdienen mehr Geld, dafür müssen sie aber auch im Schichtbetrieb z.B. nachts an den Maschinen stehen.

Ich sag immer „Schrauben haben keine Seele“ – in vielen technischen Berufen in großen Konzernen müssen die Mitarbeiter jeden Tag die gleichen Handgriffe an der Maschine machen.

Soldaten dienen für den Schutz der Gesellschaft, Erzieher dienen der Gesellschaft, indem Sie für die Zukunft der Kinder sorgen.

Ich hatte die richtigen Freunde, die waren am Anfang verwundert, aber sie hatten Verständnis.

War alles so wie erwartet? Was war anders? Hat Sie etwas überrascht?

Am Anfang war es hart die Theorie zu lernen. Es ist keine einfache Ausbildung.

Die Tiefe unseres pädagogischen Handelns hat mich überrascht: wir haben in der Ausbildung gelernt welche Bedeutung das hat, was wir im Umgang mit den Kindern sagen und tun.

Männer als Erzieher sind ja noch eher selten -welche Reaktionen haben Sie erlebt?

Häufig die Frage: „machen Sie hier ein Praktikum?“ Dass ich fest hier arbeite, denkt zuerst kaum jemand.

Einmal gab es eine Situation, dass meine Kollegin mit den meisten Kindern vom Garten reingegangen war. Bei einem Kind kam gerade der Vater, ich bin mit ihm draußen geblieben. Der Vater dachte dann: „die haben mein Kind hier draußen allein gelassen“ und war überrascht, dass ich hier zum Team gehöre.

Ich bekomm fast durchgehend positives Feedback: toll, dass Sie das machen.

Warum denken Sie ist es wichtig, dass Männer in Kitas sind?

Kinder sollten weibliche und männliche Bezugspersonen haben.

Die Kinder sollen unterschiedliche Rollenvorbilder kennen lernen, Vielfalt ist wichtig für die Entwicklung.

Mir wurde schon häufiger gesagt: ein Mann im Team entspannt die Atmosphäre.

Als FSJler ist es für mich gut, wenn ich auch männliche Ansprechpartner für meine Fragen hab.

Für manche Kinder, in deren Kultur der Vater der „Chef“ ist, ist es erstmal schwer auf das zu hören, was eine Erzieherin ihnen sagt. Die kommen dann zu mir und ich sag ihnen: „du hörst jetzt auf sie“, die Kinder lernen, dass auch Frauen etwas zu sagen haben.

Manche Kinder wachsen nur unter Frauen auf, es ist gut, wenn in der Kita oder Grundschule auch Männer sind.

Mir ist es wichtig, dass ich das was wir machen, nicht so ist, dass wir es als Mann oder Frau machen: ich spiele Fußball, bastle aber auch, manchmal mehr als meine Kolleginnen. Die eine Person mag das, die andere das, egal ob Mann oder Frau.

Sie haben sich entschieden als Erzieher zu arbeiten, offensichtlich haben Sie die Entscheidung noch nicht bereut, warum?

Man kommt fertig aus der Arbeit – aber zufrieden.

Es ist kein Beruf, bei dem man abends geht und genau weiß: ich hab 1000 Teile gestanzt oder x Meter Mauer gebaut. Das können wir so nicht jeden Tag sagen. Aber man sieht die Entwicklung der Kinder. Ich kann etwas weitergeben. Auch von meinen Werten und Einstellungen.

Ich kann die Kinder fördern und man kriegt viel zurück.

Die Eltern strahlen Dankbarkeit aus, das bekommt man in keinem technischen Beruf.

Ausbildungsoffensive pädagogisches Fachpersonal

Für Sabine Jost (Geschäftsführerin der Diakonie Pforzheim, ist zur Zeit zuständig für die Arbeit in den Kitas der Diakonie Pforzheim und der Evang. Kirche in Pforzheim) ist die Ausbildung im Bereich Erzieher*in ein besonders wichtiges Anliegen:
Der Fachkräftemangel führt im schlimmsten Fall dazu, dass Gruppen in Kitas geschlossen, oder deren Öffnungszeiten reduziert werden müssen.
Bundesweit wurden Kitaplätze ausgebaut, deshalb gibt es kaum noch Fachkräfte. "Der Markt ist leergefegt." Das bedeutet in der Regel, dass wenn es einer Einrichtung gelingt eine Fachkraft einzustellen, diese von einer Einrichtung kommt und dann dort fehlt.
Den Personalmangel langfristig abzumildern wird nur durch mehr Ausbildung gelingen.

Sabine Jost freut sich deshalb besonders darüber, dass die Stadt Pforzheim die Kürzungen im Bereich Praxisintegrierte Ausbildung zurückgenommen hat und zusätzlich auch FSJ-Stellen in Kitas ermöglicht. Damit hat die Stadt Pforzheim die Grundlage geschaffen dem Personalmangel entgegenzuwirken. Jetzt müssen wir geeignete Menschen finden, die gerne diese Ausbildung machen wollen.

Für Jungs in der Berufsfindungsphase ist der Beruf des Erziehers häufig nicht im Blick, gerade in Baden-Württemberg treffen wir auf eine starke Konkurrenz von Machinenbau und Automobilindustrie. Es gibt jedoch viele, deren Stärke im sozialen und pädagogischen Bereich liegt. Wir wollen diesen Jugendlichen über Praktika und FSJ ermöglichen den Beruf kennenzulernen. Es ist ein toller Beruf - für Frauen und für Männer.

Kontakt

An der Ausbildung oder an FSJ Interessierte können Sich hier informieren:

Abteilungsleitungen Evang. Kindertageseinrichtungen in Pforzheim: Sina Reiling Mehler Tel.: 07231/37 87 64 Mail, Sabine Ghafoor-Zadeh Tel.: 07231/ 4286546 Mail

 

 
Informationen zum Kirchenjahr:

Christiane Quincke

Quelle: @Qunincke
Dekanin
Telefon: 07231 / 3787-91

Katharina Vetter

Quelle: ©www.mcbild.de
Schuldekanin
Telefon: 07231 / 3787-94

Dietrich Pilz

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Vorsitzender Stadtsynode

Andreas Schaible

Stellvertretender Geschäftsführer
Telefon: 07231 / 3787-48

Yvonne Hartmann

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Sekretärin der Geschäftsführung
Telefon: 07231 / 3787-43

Heidi Schwarz

Quelle: ©privat
Dekanatssekretärin
Telefon: 07231 / 3787 - 90

Claudia Becker

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Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 07231/3787-93

Über das Strafen

Mo. 18.02.2019, 19:00 bis 21:30 Uhr Recht und Sicherheit in der demokratischen Gesellschaft
Vortrag Thomas Fischer
Was ist eine gerechte Strafe? Gibt es sie überhaupt? Wie viel Strafe ist genug? Für den leidenschaftlichen und wortmächtigen Strafjuristen Thomas Fischer geht es um das, was unsere Gesellschaft zusammenhält: ein selbstgegebenes Regelwerk, unser Rechtssystem, das von vielen Bedingungen abhängt und in ständiger Bewegung ist.
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Poetry Slam

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Fr. 22.02.2019, 12:00 bis 13:00 Uhr
Peace & Love
Schüler*innen des Keplergymnasiums präsentieren die Ergebnisse ihres Poetry-Slam-Workshops
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Offene Kirche

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Sa. 23.02.2019, 15:00 bis 18:30 Uhr
Gedenken - Stille - Gebet - Kerzen
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Offene Kirche mit Lichtinstallation

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Sa. 23.02.2019, 17:00 bis 19:00 Uhr
Die offene Markuskirche lädt ein zu Stille und Gebet, als stilles Zeichen für Frieden und gegen Hass.
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ökumenisches Friedensgebet

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Sa. 23.02.2019, 18:00 bis 18:30 Uhr
anschließend gemeinsamer Gang zur Kundgebung auf dem Marktplatz
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