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DAS
NAGELKREUZ VON COVENTRY – SYMBOL DER VERSÖHNUNG
Nach
der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (England) am 14./15 November
1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Domprobst Richard
Howard die Worte „Father Forgive“ in die Chorwand der Ruine einmeißeln.
Diese Worte bestimmen das Versöhnungsgebet von Coventry, das die Aufgabe
der weltweiten Christenheit umschreibt.
Das
Gebet wurde 1959 formuliert und wird seitdem an jedem Freitag um 12 Uhr
unter freiem Himmel im Chorraum der alten Kathedrale in Coventry und in
vielen Nagelkreuzzentren der Welt gebetet.
Auf
dem Altar der neuen Kathedrale von Coventry steht ein originales
Nagelkreuz. Es wurde aus Zimmermannsnägeln zusammengefügt, die die
Balken der mittelalterlichen Kathedralendecke zusammengehalten hatten.

Aus
den Überresten der Zerstörung wurde ein Symbol geschaffen, das den Geist
der Vergebung und des Neuanfangs zum Ausdruck bringt.
Das
Nagelkreuz von Coventry steht heute als Zeichen der Versöhnung, des
Friedens und der Feindesliebe an vielen Orten der Welt, wo Menschen sich
unter diesem Kreuz der Aufgabe stellen, alte Gegensätze zu überbrücken
und nach neuen Wegen in eine gemeinsame Zukunft suchen.
Die
Versöhnungslitanei von
Coventry
„Alle
haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes,
den sie bei Gott haben sollten.“
(Römer 3, 23)
Darum lasst uns beten :
Vater, vergib !
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt,
Volk von Volk,
Klasse von Klasse :
Vater, vergib !
Das habsüchtige Streben der Menschen und Völker,
zu besitzen, was nicht ihr eigen ist :
Vater, vergib !
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt
und die Erde verwüstet :
Vater, vergib !
Unseren Neid auf das Wohlergehen
und Glück der anderen :
Vater, vergib !
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not
der Heimatlosen und Flüchtlinge :
Vater, vergib !
Die Entwürdigung von Frauen, Männern und Kindern
durch sexuellen Missbrauch :
Vater, vergib !
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst
zu vertrauen und nicht auf Gott :
Vater, vergib !
„Seid untereinander freundlich, herzlich
und vergebt einer dem anderen,
wie auch Gott euch vergeben hat
in Jesus Christus.“
(Eph. 4,32)
(Alle:)
Darum bitten wir um Christi willen.
Amen.
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DAS
NAGELKREUZ UND DIE STADTKIRCHE PFORZHEIM
Am
23. Februar 2005, dem 60. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims, wurde dem
Nagelkreuzzentrum an der Evangelischen Stadtkirche Pforzheim durch den
emeritierten Dean der St. Michaels-Kathedrale Coventry, John Petty, das
Nagelkreuz als Versöhnungszeichen übergeben. Es hat, montiert auf einem
der letzten originalen Trümmersteine der von deutschen Bombergeschwadern
zerstörten Kathedrale seinen Platz gefunden an der Apsiswand der neuen,
1968 eingeweihten Evangelischen Stadtkirche Pforzheim.
Im
Angesicht dieses Kreuzes wird, in geschwisterlicher Verbundenheit mit der
internationalen Nagelkreuzgemeinschaft, an jedem letzten Freitag des
Monats um 12 Uhr im Rahmen einer Versöhnungsandacht die Versöhnungslitanei
von Coventry gebetet.
Das
ökumenische Nagelkreuzzentrum Pforzheim hat es sich zur vornehmlichen
Aufgabe gemacht, durch das freitägliche Versöhnungsgebet in der
wiedererstandenen Stadt Pforzheim ökumenische Zeichen zu setzen für Versöhnung,
Frieden und Bewahrung der Schöpfung.
VERSÖHNUNGSANDACHTEN
am
jeweils letzten Freitag im Monat, 12.00 Uhr
NAGELKREUZ-GESPRÄCHSABENDE
alle
zwei Monate am letzten Donnerstag jeweils 19.00 Uhr im Stadtkirchenhaus,
Melanchthonstr. 1, 1. OG
Weitere
Infos erhalten Sie unter www.nagelkreuzzentrum-Pforzheim.de |